Baden-Württemberg Stadt Karlsruhe
Badisches Staatstheater Karlsruhe

NEWS

17.07.2020 Verwaltungsrat des BADISCHEN STAATSTHEATERS informiert sich über aktuellen Stand der Planungen zur Erweiterung und Sanierung

Deutliche Mehrkosten erwartet

In den kommenden Jahren wird das Badische Staatstheater in Karlsruhe saniert und erweitert. Die vorab notwendigen Maßnahmen zur Verlegung der Ein- und Ausfahrt der Tiefgarage und für ein Eingangsprovisorium haben im Frühjahr dieses Jahres begonnen. Die Planungen für das gesamte Vorhaben laufen. Dabei zeigt sich, dass sich der mit gestiegenen Preisen verbundene Boom der Bau-branche und der notwendige Wechsel eines Ingenieurbüros deutlich auf die Ge-samtkosten auswirken werden. Die auf Grundlage eines externen Gutachtens vom Juli 2017 bestätigten Vollkosten von bis zu 325 Millionen Euro werden deutlich überschritten. In seiner Sitzung am Freitag (17. Juli) informierte sich der Ver-waltungsrat des Badischen Staatstheaters über den aktuellen Stand.

„Die Sanierung und Erweiterung des Badischen Staatstheaters ist nötig, sie ist aber auch ein finanzieller Kraftakt“, sagten Kunstministerin Theresia Bauer, Finanzstaatssekretärin Gisela Splett und der Oberbürgermeister der Stadt Karlsruhe, Dr. Frank Mentrup, im Anschluss an die Verwaltungsratssitzung. „Sorgfältige Planungen und eine angemessene Berücksichtigung von Risiken sind deshalb besonders wichtig.“

Stadt und Land hatten sich im Jahr 2018 gemeinsam entschieden, das Ingenieurbüro für Heizung, Kühlung, Lüftung, Sanitär und Feuerlöschanlagen nicht weiter zu beauftragen und einen neuen Partner zu suchen. Daraufhin mussten Planungen erneut erbracht werden. Daraus und aus einer größeren Planungstiefe ergaben sich teils Änderungen und insgesamt eine zeitliche Verzögerung um zwei Jahre. Die Mehrkosten für die doppelte Planung, die geänderten Planungen und die zwischenzeitlich höher angesetzten Baunebenkosten summieren sich auf rund 51 Millionen Euro. Die zeitliche Verschiebung hat bereits rund 35 Millionen Euro zusätzliche Kosten verursacht.

„Um für unvorhersehbare Baurisiken gewappnet zu sein, müssen wir einen Risikozuschlag einberechnen“, erklärte Staatssekretärin Splett. „Auf das aktuelle Preisniveau bezogen, liegen die Gesamtbaukosten damit in einer Größenordnung von bis zu 389 Millionen Euro. Zudem planen wir mögliche Baupreissteigerungen mit ein.“ Eine kontinuierlich steigende Entwicklung der Baupreise angenommen und auf eine Bauzeit von zehn Jahren berechnet, ergeben sich damit Gesamtbaukosten von bis zu rund 500 Millionen Euro. Eine längere Bauzeit führt zu weiteren Mehrkosten. Die nutzerspezifischen Kosten etwa für Interimslösungen, Personal und auch die Kosten für die Freianlagen sind nicht einbezogen.

Die Gesamtbaukosten für die Sanierung und Erweiterung des Badischen Staatstheaters teilen sich Stadt Karlsruhe und Land Baden-Württemberg jeweils zur Hälfte. Für die laufenden Planungen und die Vorwegmaßnahmen sind 28,5 Millionen Euro im Haushalt des Landes bereitgestellt. Die Planungen werden nun fortgesetzt. Dabei werden unter anderem die Besonderheiten einer Sanierung bei laufendem Spielbetrieb nochmals intensiv in den Fokus genommen, da diese große Auswirkungen auf den Bauablauf und damit auf die Bauzeit haben.

Die gesamte Sanierung und Erweiterung des Badischen Staatstheaters soll nach derzeitigem Stand in drei Modulen im Landeshaushalt etatisiert werden. Das erste Modul umfasst unter anderem den Neubau eines Schauspielhauses. Es wird angestrebt, das erste Modul in den Staatshaushaltsplan 2022 aufzunehmen. Über den Haushalt des Landes entscheidet der Landtag.„Die Investitionen in das Badische Staatstheater sind lohnende Zukunftsinvestitionen - für die ganze Gesellschaft, für Stadt, Land und für das Theater“, sagte die Vorsitzende des Verwaltungsrats, Kunstministerin Bauer. Oberbürgermeister Mentrup betonte: „Mit der Erweiterung setzen wir architektonische Akzente, die baulichen Maßnahmen am Staatstheater sind ein Motor für die städtebauliche Entwicklung.“

MINISTERIUM FÜR WISSENSCHAFT, FORSCHUNG UND KUNST MINISTERIUM FÜR FINANZEN

Die Pressemitteilung finden Sie im Original hier.