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MAGAZIN

Besuch in der Baumschule in Rüppuhr - Die Bäume für die Ersatzpflanzungen des BADISCHEN STAATSTHEATERS warten hier auf ihren Auftritt

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Es regnet und es ist kühl an diesem Donnerstagmorgen. Trotzdem kommt Vorfreude auf, während wir mit Andreas Ehmer, dem Leiter der Baumschule des Gartenbauamtes Karlsruhe, über die matschigen Wege zu „unseren“ Bäumen stapfen. Karlsruhe war schon immer eine „grüne Stadt“ erzählt Herr Ehmer, der seit 20 Jahren die Bäume heranzieht, welche später die Innenstadt und die nähere Umgebung von Karlsruhe begrünen. „Den Bewohner*innen sind die Grünflächen in der Stadt sehr wichtig und sie verfolgen sehr aufmerksam, wie damit umgegangen wird.“

Seit den 70-er Jahren leistet sich Karlsruhe eine eigene Baumschule. 6000 Bäume befinden sich auf dem Gelände. 600 bis 1000 werden jährlich verpflanzt und müssen nicht extra angekauft werden. Das ist nicht selbstverständlich. Und das ist jetzt – wo auch die Preise für Bäume in die Höhe schießen – ein Glücksfall. Unsere Nachbarn von der KASIG machten gerade reichlich Gebrauch davon: Für die neue Allee auf der Trasse der Kriegsstraße wurden 250 Bäume gesetzt.
Zuerst bleiben wir an einer Reihe von amerikanischen Eschen stehen, die bereits ihre Blätter abgeworfen haben. Über diesen eher kargen Anblick sind wir überhaupt nicht traurig. Erst wenn die Bäume ihre Blätter abgeworfen und das Chlorophyll in den Wurzeln gespeichert haben, können sie umgepflanzt werden. Das bedeutet „unsere“ Bäume sind bereit.

Bäume, welche für Bauvorhaben wie DAS NEUE STAATSTHEATER weichen, müssen an anderer Stelle des Stadtbereiches nachgepflanzt werden. Das nennt man Ersatzpflanzungen. Das klingt vernünftig, ist aber in der Realität nicht leicht umzusetzen. Nicht überall kann man Bäume pflanzen. Der größte Teil der Stadt ist untertunnelt: Versorgungsleitungen und Kabel, Strom, Abwasser und Telekommunikation verlaufen knapp unter der Oberfläche. Eine Tiefgarage wie unter dem Hermann- Levi-Platz verhindert, dass hier Bäume in die Tiefe wurzeln und wachsen können. Jeder mögliche Standort für einen neuen Baum wird geprüft und genutzt. Schon seit 1999 setzt die Stadt dabei auf neue Baumsorten, die sich den verändernden klimatischen Bedingungen besser anpassen - sogenannte Zukunftsbäume. Inzwischen sind 40 Prozent des Baumbestandes der Schule auf diese Baumsorten umgestellt.

Inzwischen führte uns unser Rundgang zu einer Reihe von Linden. Auch diese bereiten sich auf ihren Umzug an den neuen Standort vor. Nur noch wenige herzförmige Blättchen wehen im auffrischenden Wind. Ein besonderer Zukunftsbaum ist der Lederhülsenbaum, dessen lederartige Hülsenfrüchte ihm seinen deutschen Namen gaben. An den Wallnussbäumchen (auf Lateinisch: Juglans Regia) hängen sogar schon kleine Schildchen, auf denen der neue Standort verzeichnet ist:

Am 7.12.2021 um 14.00 Uhr wird das Bläserquartett der BADISCHEN STAATSKAPELLE gemeinsam mit dem Intendanten Dr. Ulrich Peters die Pflanzung der Bäume im Otto-Dullenkopf-Park begleiten. Schon im vergangenen Jahr fand eine erste Ersatzpflanzung statt, weitere werden folgen. 24 Bäume werden zu diesem Anlass gepflanzt. Wir wünschen jetzt schon gutes Anwachsen.