STAATSTHEATER BIS HEUTE

Nach intensiven Beratungen hatte ein hochkarätig besetztes Preisgericht am 2. Dezember 2014 einstimmig drei Arbeiten als Preisträger für die Sanierung des Architekturwettbewerbs gekürt. Die Büros Delugan Meissl, Wien (A) mit Wenzel + Wenzel, Karlsruhe und Dietrich | Untertrifaller Architekten ZT GmbH, Bregenz (A) wurden dabei einstimmig als zwei 1. Preisträger gekürt. Als 3. Preisträger wählte die Jury ebenfalls einstimmig das Darmstädter Büro Waechter + Waechter Architekten BDA aus. Alle drei Büros wurden aufgerufen ihre Entwürfe zu überarbeiten. Nach Abschluss der Überarbeitungsphase der Wettbewerbsentwürfe wurde am 10. Juli 2015 das Ergebnis bekannt gegeben.
Das STAATSTHEATER soll nach den Plänen der Architekten Delugan Meissl aus Wien in Partnerschaft mit dem Büro Wenzel+Wenzel aus Karlsruhe erweitert und saniert werden.

 

 

AUSZUG AUS DER WETTBEWERBSAUSLOBUNG – ZIELE UND FORDERUNGEN

Zielvorstellung des Nutzers: „Staatstheater in der Zukunft“.

Vor der Perspektive einer grundlegenden Sanierung mit Erweiterungsbauten gilt es, die Theaterentwicklung der nächsten Jahrzehnte zu antizipieren. Wie bleibt Theater Teil unserer Alltagskultur? Welche Aufgaben, welche Entwicklungen kommen auf das Theater in den nächsten Jahren zu?

Die Entwicklung geht weg von ausschließlich abends geöffneten Gebäuden für Hochkultur hin zu ganztägig offenen Kulturzentren. Kulturell genutzte Flächen in Stadtzentren sind kostbarer Raum. In einem zunehmend von starken visuellen Eindrücken geprägten urbanen Umfeld muss ein Theater klar kenntlich als Institution/Marke identifizierbar sein und aktiv über sein Inneres auch mithilfe von Werbeanlagen informieren. Werbeanlagen sollen deshalb bereits als Bestandteil des Architekturkonzeptes in den Gebäudeentwurf integriert sein. Das Gebäude sollte auf möglichst große Entfernung sagen, „Hier ist ein Theater - und das bieten wir heute, morgen und übermorgen an“. Dabei sollte es so attraktiv sein, dass jeder angezogen wird: Theater als gestalteter Stadtraum und als überregionale auch architektonische Attraktion. Wer da ist, erfährt aus der Nähe mehr Details und wird letztlich hineingezogen - ganztägig. Die Foyers sollen von morgens bis in die Nacht geöffnet sein und genutzt werden.

Dafür braucht es Binnenräume, die vielfältige Verwendungen und Angebote ermöglichen und auf diese Weise umfassender, als „nur“ zum Theater einladen.  Wechselnde Ausstellungen, ein Café und ein Restaurant sowie Sitzmöglichkeiten, die keinen Konsum voraussetzen, und WLAN laden ein, das Foyer als Aufenthalts und Arbeitsort anzunehmen. In einer Zeit, in der Theater nicht mehr zur selbstverständlichen Freizeitbeschäftigung einer Gesellschaft gehört, sondern in der verschiedenste gesellschaftliche Gruppen immer wieder neu für das Theater begeistert werden müssen, hat Theater die Aufgabe nicht nur physisch barrierefrei sein.

Wichtig ist auch die Transparenz der Theaterarbeit im Entstehungsprozess. Der Beteiligung der Bürger am Theaterprozess, dem Selbst-Kreativ-Werden kommt eine immer größere Bedeutung zu. Wo immer möglich sollte die Arbeit des Theaters sichtbar sein. Aus dem Straßenraum und eventuell den Foyers einsehbare Werkstätten, Proberäume, Übezimmer und Büros machen den Prozess Theater als Kunst im ständigen Fluss sichtbar und wecken die Lust den entstehenden Prototyp - die Premiere -als Ergebnis zu erleben. Das Ziel der Erweiterung und Sanierung des Staatstheaters ist ein umfassend „offenes Theater“, welches sich den gesellschaftlichen und ökologischen Herausforderungen initiativ, ideenreich und flexibel stellt und umfassende Visionen für zukünftige Nutzungen entwickelt.

 

 

 

 

JURYENTSCHEIDUNG 2. DEZEMBER 2014

1. PREIS

Delugan Meissl, Wien (A)
mit Wenzel + Wenzel, Karlsruhe

Der Geist, der in der ursprünglichen Konzeption von Bätzner steckt, wird in diesem Entwurf aufgenommen und fortgeführt. Ein homogener, differenzierter Solitär schafft durch Form und Höhenentwicklung klare Raumbezüge zur Umgebung. Die eigentliche Stärke des Entwurfes liegt insbesondere in seinem architektonischen Charakter. Der Gesamteindruck des Theaters lebt von der gut proportionierten Baumasse und der horizontalen Schichtung. Insgesamt ist der Entwurf ein überzeugender Beitrag im Hinblick auf die stadträumlichen und funktionalen Qualitäten sowie durch den ausformulierten skulpturalen Bezug auf den ursprünglichen Bätzner-Entwurf.

Pläne (PDF, 25 MB)

 

1. PREIS

Dietrich | Untertrifaller Architekten ZT GmbH, Bregenz (A)

Der gewählte Entwurfsansatz umschließt dreiseitig den Bestand als zweite Schicht. Stadträumlich will der Baukörper mit all seinen Erweiterungen den ursprünglichen Typus des Solitärs weiterdenken, weiterbauen. Die komplexen inneren funktionalen Verknüpfungen, Zusammenhänge und Bauabschnitte sind sehr gut gelöst. In der nachvollziehbaren Abwägung zwischen einer reinen neuen Theatertypologie und der Notwendigkeit des Um- und Weiterbauens hat dieser Entwurf mit die größten Potentiale einer Weiterentwicklung. Die wesentliche Qualität dieser in vielen Punkten angemessenen Arbeit liegt in ihrer reibungslosen Funktionalität und Raumqualitäten.

Pläne (PDF, 21 MB)

 

3. PREIS

Waechter + Waechter Architekten BDA, Darmstadt

Die offene und breit angelegte Eingangsgeste des konkav gestalteten Theaterbaus bildet den Endpunkt eines Freiraums, den man sich über die Via triumphalis hinweg vorstellen kann. Die transparente Fassade unterstreicht diese einladende Geste und öffnet sich zum Stadtraum. Am Kriegsstraßen-Boulevard erhält die Baumasse durch den Probebühnenturm einen eigenständigen städtebaulichen Akzent. Die Architektur Bätzners bleibt im Wesentlichen erhalten und wird in Teilen überformt. Im Inneren verspricht der Dialog von Alt und Neu eine Fortschreibung der vorhandenen Qualitäten, ohne dass sich das Neue in den Vordergrund schiebt.

Pläne (PDF, 10 MB)

 

Außerdem erhielten die Büros gmp International GmbH, Berlin/Hamburg und wulf architekten GmbH, Stuttgart jeweils eine Anerkennung durch die Jury.

 

gmp International GmbH, Berlin/Hamburg

 

 

 

 

 

 

Pläne (PDF, 24 MB)

 

wulf architekten GmbH, Stuttgart


 

 

 

 

 

  Pläne (PDF, 17 MB)

 

 

 

Entwürfe weiterer Teilnehmer des Architekturwettbewerbs:

Schmucker und Partner Planungsgesellschaft mbH Mannheim

 

 

 

 

 

 

 Pläne (PDF, 21 MB)

 

Lederer Ragnarsdóttir Oei Stuttgart 

 

 

 

 

 

 

 Pläne (PDF, 10 MB)

 

Auer Weber Architekten BDA Stuttgart

 

 

 

 

 

 

 Pläne (PDF, 20 MB)

 

LIN Labor Integrativ Gesellschaft von Architekten  mbH Berlin

 

 

 

 

 

 

 Pläne (PDF, 20 MB)

 

Rudy Ricciotti architecte dplg Bandol (F)

 

 

 

 

 

 

 Pläne (PDF, 10 MB)

 

theater projekte daberto + kollegen planungsgesellschaft mbH München

 

 

 

 

 

 

 Pläne (PDF, 20 MB)

 

BHBVT Gesellschaft von Architekten ZT GmbH Berlin

 

 

 

 

 

 

 Pläne (PDF, 20 MB)

 

rossmann + partner Architekten, Karlsruhe mit archipel Architekten, Wien

 

 

 

 

 

 

 Pläne (PDF, 10 MB)

 

Vasconi Architectes by Thomas Schinko Paris (F)

 

 

 

 

 

 

 Pläne (PDF, 15 MB)

 

Dominique Perrault Architecte  Paris (F)

 

 

 

 

 

 

Pläne (PDF, 24 MB)

 

PFP Planungs GmbH Hamburg

 

 

 

 

 

 

Pläne (PDF, 10 MB)

 

Keith Williams Architects London

 

 

 

 

 

 

 Pläne (PDF, 19 MB)

 

Benthem Crouwel GmbH Amsterdam/Aachen

 

 

 

 

 

 

 Pläne (PDF, 15 MB)

 

trint + kreuder d.n.a. Köln

 

 

 

 

 

 

 Pläne (PDF, 23 MB)

 

ALA Architects Ltd Helsinki (SF)

 

 

 

 

 

 

Pläne (PDF, 14 MB)