Planung für DAS NEUE STAATSTHEATER startet

Mit den weiteren Planungen für die Sanierung und Erweiterung des Badischen Staatstheaters wurde das Architekturbüro Delugan Meissl Associated Architects, Wien mit Wenzel + Wenzel Architekten, Karlsruhe beauftragt.

Nach der Auszeichnung mit dem Großen Österreichischen Staatspreis 2015 sind die Architekten Deluga-Meissl mit dem Beitrag Orte für Menschen auch auf der Architekturbiennale vom 28.5. bis 27.11.2016 in Venedig vertreten. Mehr zu dem Auftritt finden Sie hier.

Für die Sanierung und Erweiterung des Badischen Staatstheaters wurde im Jahr 2014 ein Planungswettbewerb durchgeführt. Die drei Preisträger des Wettbewerbs wurden aufgrund der Empfehlung des Preisgerichts mit einer Überarbeitung ihrer Entwürfe beauftragt. Das Büro Delugan Meissl mit Wenzel + Wenzel hat sich nach Abschluss der Überarbeitung gegen die Mitbewerber durchgesetzt.

Kunstministerin Theresia Bauer erklärte: „Mit dem Planungsauftrag erfolgt eine wesentliche Weichenstellung für die weitere Entwicklung eines der wichtigsten Theater im Land. Damit kann das Badische Staatstheater auch in Zukunft exzellente künstlerische Produktionen verwirklichen und weiter um Spitzenpositionen konkurrieren. Durch die Baumaßnahmen werden optimale Arbeitsbedingungen für die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Staatstheaters und wesentliche Verbesserungen für den Spiel- und Probebetrieb geschaffen.“

Delugan Meissl, Wien (A) mit Wenzel + Wenzel, Karlsruhe

„Der Entwurf der Architekten zeichnet sich insbesondere durch seine hervorragende gestalterische und funktionale Qualität aus“, teilte Finanzstaatssekretär Peter Hofelich auf der Pressekonferenz (10. Juli 2015) anlässlich der Entscheidung mit. „Die Sanierung und Erweiterung des Badischen Staatstheaters in Karlsruhe ist eine wichtige Investition in die Kulturlandschaft des Landes Baden-Württemberg“, so Hofelich.

„Der Entwurf der Architekten bestätigt erneut die hervorragende Bedeutung der Kultur für die Stadtentwicklung insgesamt, denn mit der baulichen Sanierung und Erweiterung des Badischen Staatstheaters wird an der Nahtstelle zwischen Innenstadt und Südstadt ein großartiger Kulturbau entstehen, der nicht nur der Kunst dient, sondern auch eine besondere Begegnung im Stadtraum ermöglicht. Dies freut mich umso mehr, da damit auch die Arbeitsbedingungen für alle im Theater erleichtert und verbessert werden können“, so Oberbürgermeister Dr. Frank Mentrup.

Generalintendant Peter Spuhler: „Ich bin glücklich darüber, dass wir mit dem Büro Delugan Meissl weltweit renommierte Architekten als Partner bekommen, die Experten im Theaterbau sind. Die Ideen des Ursprungarchitekten Helmut Bätzner werden voller Respekt weiterentwickelt. Wichtig sind bei diesem Entwurf auch die hohe Transparenz des Theaters hin zu einem offenen Haus und die hervorragende Aufteilung des Foyers, die vielfältige ganztägige Nutzungen und Tagesgastronomie ermöglicht. Schön für Karlsruhe ist, dass mit Wenzel & Wenzel als Partner auch ein lokales Büro beteiligt ist.“

Delugan Meissl, Wien (A) mit Wenzel + Wenzel, Karlsruhe

DAS NEUE STAATSTHEATER

Das Konzept der Architekten Delugan Meissl Associated Architects aus Wien versteht die Bestandsarchitektur zu stärken und in überzeugender Art fortzuschreiben. Der Geist, der in der ursprünglichen Konzeption von Helmut Bätzner steckt, wird in diesem Entwurf aufgenommen und fortgeführt. Die architektonische Erscheinung des Bestands wird mit besonderer Betonung der innenräumlichen Atmosphäre und der Materialität erhalten. Es soll dort sinnvoll funktional erweitert werden, wo dies der heutige Spielbetrieb erfordert oder ehemalige räumlich skulpturale Qualitäten verloren gegangen sind.

 Die Erweiterungsvolumina nehmen die bestehende Höhenentwicklung des Baues und der Umgebung auf. Mit dem Bühnenturm des neuen Schauspielhauses wird ein Pendant zum Opernhaus geschaffen. Im Sinne des originären Wettbewerbsentwurfs von Helmut Bätzner wird das Gesamtensemble durch eine zeltartig aufgespannte Dachlandschaft über Alt und Neu zusammengefasst.

 Der Theaterplatz, durch zwei Wasserflächen mit angrenzendem Hain strukturiert, führt in klarer Konturierung vom Ettlinger Tor zum Baukörper und tritt in einen Dialog zu den Funktionen im Inneren. Er verwebt sich mit den öffentlichen Aufenthaltsbereichen des Theaters auf zwei Ebenen und lädt zu Interaktionen ein. Die Inszenierung des Weges zu den Spielstätten mit seinem differenzierten Flächenangebot für Begegnung, Vermittlung und Gastronomie tragen künftig wesentlich zur Identität des Hauses bei. Die Zuschauerräume aller Spielstätten sind direkt am Foyer angeordnet. Barrierefreiheit und gute Orientierung sind gewährleistet.

Die neuen Schauspielbühnen verfügen über direkte Sichtbezüge zwischen Innen und Außen. Dadurch werden auch spannende Einblicke tief in das Innere des Hauses ermöglicht.

Der Zuschauerraum des Opernhauses bleibt in seiner Gestalt erhalten. Maßnahmen im Bereich des Orchestergrabens sollen behutsam im Sinne der bestehenden Architektur umgesetzt werden.

Der Entwurf verspricht die Erwartungshaltung des Publikums ebenso zu erfüllen wie die hohen Anforderungen an den künstlerischen, wirtschaftlichen und technischen Betrieb. Das um die Hälfte gewachsene bisherige Bauvolumen behauptet sich überzeugend im Stadtraum und stärkt die stadträumlichen Qualitäten in der Schnittstelle zwischen Kernstadt und Südstadt. Durch die Verlegung der Tiefgaragenerschließung an die Kriegsstraße kann die Durchwegung zur Südstadt wesentlich verbessert werden. Das Theater und sein Umfeld werden so zu einem städtischen Knotenpunkt, der über ein hohes Maß an Aufenthaltsqualität verfügt.

Die Umsetzung des Bauvorhabens ist unter der Berücksichtigung des laufenden Spielbetriebs in drei Bauabschnitten vorgesehen. Die Planungen sehen vor, das STAATSTHEATER in einem ersten Bauabschnitt um den Neubau eines Schauspielhauses zu erweitern. Anschließend soll die Erweiterung der Werkstätten und des musikalischen Apparats erfolgen. In einem abschließenden Bauabschnitt ist die Sanierung des Bestandgebäudes vorgesehen.

 

Delugan Meissl, Wien (A) mit Wenzel + Wenzel, Karlsruhe

Das Neue STAATSTHEATER / Pläne (PDF, 25 MB)

Das Neue STAATSTHEATER (Flyer, PDF, 8 MB)

Presseflyer (Flyer, PDF)

Pressemitteilung (PDF)